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Schuften für zwei

Das traditionelle Gasthaus Loos erlebt seit Jahren einen stetigen Aufschwung. Arbeiten für 2 ist angesagt.

Niemand im Gastgewerbe wird sich beklagen, wenn die Geschäfte gut laufen. Laufen müssen dann alle, der Koch wie auch das Servierpersonal, sonst laufen dem Wirten die Gäste weg. Ans Weglaufen denkt im Gasthaus Loos aber eh niemand, denn das Team, bestehend aus Manfred Fontner, dem Küchenchef, den eingesessenen und allseits beliebten Hausperlen, Dragiza und Maria ist eingespielt und jeder läuft für jeden. Der Chef, Roman Loos, ist höchst zufrieden und lobt seine Mannschaft, speziell den Koch, nennt ihn zuverlässig, ehrlich und gewissenhaft. (Hat man solche Worte schon mal von einem Wirt gehört?) Doch im Hause Loos läuft alles wie geschmiert, jeder gibt sein Bestes, allen voran der Koch, ein g'standener Endvierziger, der hier seit 31 Jahren in der Küche werkt und der dann in seinem Element ist und immer noch einen klaren Blick und die Übersicht hat, wenn andere schon wegschwimmen. "Manchmal", so sinniert er, "glaube ich im falschen Film zu sein und ich frage mich, woher all die Gäste kommen, die von Monat zu Monat mehr werden. Langsam scheint es zum Regelfall zu werden, dass ich hier die Arbeit für 2 Köche mache." Da wären ein paar zusätzliche Hände recht praktisch." Den Wunsch kann ihm auch sein Chef nicht erfüllen, der trocken meint, dass er, der Koch selbst "schuld" ist, wenn den Gästen das Essen schmeckt und sie daher wieder kommen und er ja nicht zu jammern anfangen solle.

Das schnelle Arbeiten und den Stress hat Manfred Fontner schon in seiner Ausbildung im Rathauskeller gelernt, da musste er ja auch Gas geben, anschließend auf der Vindobona, dem Ausflugschiff, wo Roman Loos für die Kulinarik zuständig ist, war es auch nicht anders, da wollten auch alle zur selben Zeit alles, nur nicht warten, bis ihm Roman die Küche in seinem Gasthaus anvertraute. Erst nur als Koch, mittlerweile als Küchenchef, allein verantwortlich für Menüzusammenstellung, Einkauf und alles andere auch, was mit der Küche zusammenhängt, schupft er den Laden, ohne jemals auch nur einen Krankheitstag in Anspruch genommen zu haben, und hat auch hin und wieder Zeit auf ein kleines Schwätzchen mit den Gästen. Die danken es ihm, loben ihn und - kommen wieder. Das ist im Gastgewerbe das worauf es ankommt. Schmecken muss es. Dann kommen die Gäste von selbst – auch in Hinkunft.